Emotet? Ehrlich? Schon wieder?

Es ist Ihnen sicher­lich nicht ent­gan­gen, in den Medien wird vor einer neu­en Welle von E‑Mails mit der Schadsoftware „Emotet“ gewarnt. Was zuerst klingt wie ein alt­ägyp­ti­scher Baumeister oder eine neue Jugendbewegung ist ein äußert per­fi­der Angreifer, der jeden von uns tref­fen kann, wie er in den letz­ten Monaten bereits unter Beweis gestellt hat.

Was tut Emotet?

Emotet liest auf betrof­fe­nen Systemen E‑Mail-Kontakte und sogar aktu­el­le Inhalte von E‑Mails aus und ist so in der Lage, sehr echt aus­se­hen­de Mails zu ver­sen­den, von aktu­el­len Kontakten und sogar mit Bezug zu aktu­el­len Inhalten. So kann es sein, dass eine recht aktu­el­le Mail direkt unten als Mailverlauf ein­ge­fügt wur­de. Das wirkt für den Empfänger also alles sehr über­zeu­gend und erregt wenig Skepsis. Mit einem Klick auf einen Link oder dem Öffnen einer Datei aus dem Mailanhang nis­tet er sich auf Ihrem Computer ein. Dort lädt er dann ande­re Schadsoftware nach, die dann z.B. Ihr Online-Banking aus­späht, Ihre Passwörter abgreift und natür­lich ver­sucht, Ihre Kontakte zu infi­zie­ren.

Was Sie tun können.

Das klingt erst­mal aus­sichts­los, aber wie bei allen E‑Mail-gestütz­ten Angriffen hel­fen auch hier erst­mal die wich­ti­gen Grundregeln zur Vorsorge:

  • Halten Sie Ihr Betriebssystem und Ihre Anwendungen aktu­ell, instal­lie­ren Sie Updates und Patches zeit­nah.
  • Setzen Sie einen aktu­el­len Virenscanner ein.
  • Erstellen Sie regel­mä­ßi­ge Datensicherungen von Ihrem Computer, damit Sie im Schadensfall alle Daten schnell wie­der­her­stel­len kön­nen.

Sicherlich, die­se Maßnahmen schlie­ßen eine Infektion nicht aus, hel­fen aber unter Umständen den Schaden in Grenzen zu hal­ten. Auf Ihren dienst­li­chen Geräten küm­mert sich um all die­se Sachen sicher­lich Ihre IT Abteilung.

Emotet wird nicht der letz­te bös­ar­ti­ge Gast in unse­ren elek­tro­ni­schen Postfächern sein. Die wich­tigs­te Verteidigung gegen die­se Angriffe sind und blei­ben des­halb Sie. Ihre Aufmerksamkeit, ihr Verstand und Ihre Erfahrung sind bes­ser als jeder Virenscanner. Fragen Sie sich bei jeder Mail, bei jedem Anhang und bei jedem Link erneut:

  • Kenne ich den Absender?
  • Erwarte ich die­se E‑Mail?
  • Würde der Absender in die­sem Fall E‑Mail als Kommunikationsmittel wäh­len?
  • Würde er mich so anspre­chen und anschrei­ben?
  • Warum ver­sucht die­se Mail eine Reaktion (Öffnen von Dateien, Klicken auf Links) durch mich zu pro­vo­zie­ren?
  • Muss ich die­sen Anhang öff­nen bzw. die­sen Link kli­cken?
  • Auch wenn ein Link auf den ers­ten Blick ver­trau­ens­wür­dig aus­sieht, gibt es irgend­wel­che Auffälligkeiten?
  • Warum möch­te die­ses ver­meint­li­che Word-Dokument jetzt Änderungen an mei­nem System vor­neh­men?

Fragen Sie im Zweifelsfall beim Absender per­sön­lich nach, ob die­se Mail von ihm stammt. Seien Sie bei allen Arten von Dateien wach­sam, auch bei Office-Dateien oder ande­ren Formaten.

Jede Mail, auch ech­te und wich­ti­ge Kommunikation, wird so zu einem Trainingsinstrument für Sie und stärkt Sie und Ihre Sinne in der Abwehr von Angriffen.

Also: let’s do it!


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